HAIJN JEONG — SOFT HOURS
Ausstellung vom 10. Oktober bis 19. Dezember 2026 im Caspar-David-Friedrich-Zentrum in Greifswald / Ausstellungseröffnung am 10. Oktober um 14 Uhr
Bei der Vergabe des Caspar-David-Friedrich-Preises 2026 entschied sich die Jury für Hajin Jeong, die gegenwärtig ein Meisterschülerstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden absolviert. Neben einem Preisgeld und der Herausgabe einer Postkarten-Edition mit zwei Motiven erwartet die Gewinnerin nun eine Ausstellung in der Galerie des Friedrich-Zentrums.
„Soft Hours“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung, die Hajin Jeong in Deutschland zeigt. Sie vereint Gemälde der Künstlerin: großformatige, expressiv-farbige Werke, in denen Jeong Figuren – Menschen und Tiere – subtil in fragmentarische Landschaften setzt, die aus gesammelten Eindrücken bestehen. Es sind emotional aufgeladene Szenen, die unbewusst eingefangen und in der Erinnerung bewahrt werden. Die Werke beginnen mit flüchtigen Landschaften und Momenten, mit Ausblicken und Orten, die lange emotional nachwirken. Anstatt diese Szenen so wiederzugeben, wie sie einst waren, lässt Hajin Jeong zu, dass Erinnerungen und Gefühle sie verändern. In der Offenheit der Malerei ruft die Künstlerin ihre eigenen, ortsgebundenen Erinnerungen wach und macht sie den Betrachtern zugänglich, lädt diese ein, sich mit ihren eigenen Gedanken zu verbinden.
Die Landschaft verändert sich mit dem inneren Zustand, aus dem heraus sie gesehen wird. Spuren der Bewegung bleiben zurück. Durch die Farbe und die Körperlichkeit der Malerei erhalten flüchtige Eindrücke eine neue Gestalt. Was entsteht, ist nicht das naturgetreue Bild eines Ortes, sondern eine psychische Landschaft, geformt von dem, was gefühlt, erinnert und verloren wurde.
„Soft Hours“ bewegt sich irgendwo zwischen Sehen und Erinnern, zwischen einer Landschaft, die einmal da war, und jener, die in uns weiterlebt. Was bleibt, ist kein feststehender Blick, sondern die persönliche Wahrnehmung jedes Betrachters, die durch das Bild hindurchgeht und sich mit Erinnerung und Gefühl verwebt, um zu einer ganz eigenen Landschaft zu werden.
Auch in den Landschaften Caspar David Friedrichs öffnet sich eine Schwelle zwischen der Welt draußen und der inneren Welt des Betrachters. Seine Horizonte und Figuren lassen Raum für die eigene Stimmung und Empfindung. In dieser Vorstellung von Landschaft als Ort innerer Erfahrung liegt eine Verbindung zwischen Friedrichs und Jeongs Malerei.
Hajin Jeongs teils provokanten und aufwühlenden Arbeiten sind aber auch von einer großen Vielseitigkeit geprägt. Neben der Malerei arbeitet sie an Künstlerbüchern und bedient dabei auch literarische Narrative.
Hajin Jeong, 1995 in Seoul, Südkorea, geboren, hat Malerei an der Hongik Universität in Seoul und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Einen Einblick in ihr Schaffen erhalten Sie auf Instagram: @hajinjeong_studio.
Hajin Jeong steht während der Eröffnung für Interviews zur Verfügung.
NACHBILDER – JENS WISOTZKY
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