Carl Malchin · Blick vom Artillerieberg auf Schloss und Stadt Schwerin, 1876 · Foto: E. Walford

VON BARBIZON BIS ANS MEER · Carl Malchin und die Entdeckung Mecklenburgs

Ausstellung vom 5. Juli bis 6. Oktober 2019 im Staatlichen Museum Schwerin


Der Maler Carl Malchin (1838–1923) gilt als Begründer der mecklenburgischen Landschaftsmalerei. Die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern besitzen mit annähernd 680 Werken den künstlerischen Nachlass des Malers, bestehend aus Zeichnungen, Ölskizzen und Gemälden.

Dr. Pirko Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen: „Die Ausstellung ordnet erstmals das Werk Malchins in die internationalen Tendenzen der realistischen Landschaftsmalerei ein. Sie versteht sich als ein Beitrag zur internationalen Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, zur Geschichte der Schweriner Sammlungen und zur Kulturgeschichte der Region.“

Carl Malchins großes Verdienst ist es die Pleinairmalerei, das Skizzieren der Natur mit Ölfarben im Freien, erfolgreich auf Norddeutschland übertragen zu haben. Vorbild hierfür war ihm die französische Schule von Barbizon. die mit eindrücklichen Werken von Malern wie Jules Dupré, Charles Daubigny oder Théodore Rousseau ebenfalls in der Ausstellung vorgestellt wird.

Malchins an der heimischen Landschaft und den einfachen Menschen interessierte Malerei war etwas gänzlich Neuartiges im Land: Erstmals erhob ein Künstler das alltägliche Leben der Bevölkerung Mecklenburgs zum Inhalt seiner Kunst. Aus kleinformatigen, rasch hingeworfenen Studien entwickelte Malchin im Atelier seine zum Großformat tendierenden Darstellungen des mecklenburgischen Lebens. Sein hohes handwerkliches und malerisches Können ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit der als Realismus bezeichneten Landschaftsmalerei der Zeit, die sich die Inszenierung des Einfachen und Unscheinbaren zum Gegenstand machte und in den autonomen Status der Kunst erhob.

Eine Brücke in die Gegenwart schlägt das Projekt „Landinventur“ (www.landinventur.de), das in der Ausstellung zu Gast sein wird. Gemeinsam mit den Menschen im Land möchte das Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V. aus Bollewick die Einzigartigkeit der mecklenburgischen Dörfer erfahrbar machen und damit dem vorherrschenden Blick auf ländliche Räume ein neues Bild entgegensetzen. Ziel ist es, jedes Dorf in seiner Besonderheit zurück auf die Landkarte zu bringen. Jede/r kann und soll mithelfen, indem er sein Wissen über das eigene Dorf eingebringt, entweder online oder direkt in der Ausstellung.

Rendezvous zur Ausstellung donnerstags 18 bis 20 Uhr

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