Julia Kausch, Kleine Kämpferin, 2017, Bronze, 32 x 8 x 7 cm (Detail)

WOLKEN AUS ZEIT

Julia Kausch – Plastik und Thomas Matauschek – Malerei

23.10. bis 03.12.2022 in WELLEMEYER Galerie & Kunsthandlung Plau am See
Eröffnung am Samstag, den 22. Oktober, 17 Uhr

 

Die Rostockerin Julia Kausch (1985) studierte Illustration und Kommunikationsdesign an der Rostocker Technischen Kunstschule und schloss 2011 ihr Bildhauereistudium bei Thomas Jastram ab. Ihre kostbar-klaren Menschenplastiken zeigen oft Heranwachsende in der Naherwartung von Weltbegegnung und Resonanz - berührbar und durchlässig stehen sie im rauen Wind der Zeit. In der künstlerischen Anbindung ihrer Bildhauerei an die Formen des Lebens selbst und in ihrer außerordentlichen Sensibilität für den seelischen Raum und den Herzschlag ihrer Figuren öffnet Julia Kausch unseren Sinn für Wesentliches, für das Maß, die Gefahren und die Grenzen sozialer Gestaltungsenergie - gleichzeitig aber auch für die individuelle Unverwechselbarkeit und Strahlkraft der jungen Welteroberer. Ihre ruhigen und anmutigen Arbeiten erwarten einen langsamen Blick und den Mut zum Innehalten; sie sind durchflossen von Zeit und Passionswissen. Seit einigen Jahren entwickelt Julia Kausch auch figürliche Bronzen für den öffentlichen Raum.

Der Dresdner Maler Thomas Matauschek (1961) beobachtet durch den Wechsel der Jahreszeiten hindurch abgelegene Flussufer, Steinwände, bewachsene Betonbewährungen und angrenzende Wasserflächen, in denen sich der Himmel, das wechselnde Licht und eine vergängliche Vegetation spiegeln. Aufmerksam und sensibel entdeckt er in diesen abgelegen-unspektakulären Refugien einen Kosmos der Verwandlungen und Zeitbrüche – und einen unerwarteten Spielraum künstlerischer Kontingenz: neben die dokumentarische Präzision tritt die freie Weiterentwicklung von Flächenrhythmen, Spiegelungen und magischen Farbnachbarschaften, die uns unerwartet Fenster in überraschende Realitätsvarianten öffnet. Nicht selten wohnt dem Abbild der abseitigen Ufer, der gespiegelten Himmel, der Steine, Strände und bröckelnden Betonbewährungen eine heiter-barocke Musikalität inne, die die heillose Rastlosigkeit unserer seelischen Suchbewegungen stoppt und unsere Wahrnehmung in eine Raumbühne der angstfreien Leere und Stille lenkt. Matauscheks Naturschilderungen lassen sich plötzlich als seelische Echos und als lyrisch-philosophische Etüden lesen – als Weltbeschreibung von den Rändern her. Thomas Matauschek studierte von 1983 – 1988 Malerei und Grafik an der Hochschule für bildende Künste Dresden.

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