Käthe Kollwitz · Plakat für den Mitteldeutschen Jugendtag, Leipzig 2.–4. August 1924: „Nie wieder Krieg“

NIE WIEDER KRIEG!

Originalplakat von Käthe Kollwitz bis zum 22. November 2018 im Staatlichen Museum Schwerin


Vom 26. Oktober 2018 bis zum 27. Januar 2019 ist im Staatlichen Museum Schwerin die Kabinettausstellung „Der erste Weltkrieg und die Medaillenkunst“ zu sehen. Anlass der Ausstellung ist der 100. Jahrestag des Kriegsendes im November 1918.

Kein Ereignis in der deutschen Geschichte hat einen solchen Niederschlag im zeitgenössischen Medaillenschaffen gefunden wie der Erste Weltkrieg. Künstlerisch herausragende Stücke erschienen dabei im Auftrag der „Freunde der Deutschen Schaumünze“. Deren Edition entstand zwischen 1914 und 1917 und umfasst 180 Stücke von allen namhaften deutschen Medailleuren. Auf den Vorderseiten finden sich Militärs oder Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, auf den Rückseiten oft allegorische Darstellungen.

In der Schau werden die Medaillen, die oftmals den Krieg verherrlichten, durch ausgewählte Grafiken der Künstlerin Käthe Kollwitz ergänzt. Kollwitz setzte sich intensiv mit dem Thema Krieg auseinander. Ihr Plakat „Nie wieder Krieg“ besitzt eine Aussagekraft, die ihresgleichen sucht. Es wurde zu einer Ikone der Friedensbewegung. Für den Mitteldeutschen Jugendtag der Sozialistischen Arbeiterbewegung entwarf Käthe Kollwitz 1924 die Gestalt einer kämpferischen Frau mit dem mahnend hochgereckten Arm, die mit den Worten „Nie wieder Krieg“ entschlossen für die Sicherung des Friedens eintritt. Das Originalplakat gehört zum Bestand des Schweriner Kupferstichkabinetts. Es wird im Museum am Alten Garten nur vier Wochen – bis zum 22. November 2018 – gezeigt, ab dem 23. November 2018 ist ein Faksimile zu sehen.

Dr. Pirko Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern: „Mit der Präsentation dieses Plakats von Käthe Kollwitz wollen wir uns auch in unserer heutigen Zeit positionieren: Gegen Krieg und Gewalt! Die historischen Zeugnisse von Krieg und Elend zu betrachten heißt auch, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen.“

Während der Vorbereitungen dieser Ausstellung erwarb das Schweriner Münzkabinett eine Medaille aus dem Jahr 2014, die den Ersten Weltkrieg thematisiert. Sie stammt von Anna Martha Napp (geb. 1982), einer Künstlerin, die in Maßlow bei Wismar lebt und arbeitet. Das von ihr gestaltete Stück „Die Toten sind tot“ zeigt auf der Vorderseite ein totes Kind in Trümmern einer zerstörten Landschaft. Die Rückseite wird von marschierenden Soldatenstiefeln beherrscht, dazu kommt der berühmt-berüchtigte Ausspruch von Hindenburg: „Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur“.

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