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SCHLOSS PLÜSCHOW IN ZEITEN VON CORONA

30 Jahre Mecklenburgisches Künstlerhaus Schloss Plüschow


Die Corona-Zwangspause fordert uns Allen einiges ab. Besonders schwer hat es den Kultur- und Veranstaltungsbetrieb getroffen. Unser 30stes Jubiläumsjahr haben wir uns auch anders vorgestellt. Dabei hat das Jahr 2020 so vielversprechend angefangen ­  alle Ateliers waren  für das ganze Jahr bereits ausgebucht, Veranstaltungen und Ausstellungsprojekte waren geplant, die Austauschaufenthalte für Künstlerinnen und Künstler aus MV mit unseren Partnern im Ausland fest verabredet. Darunter auch der Austausch mit unseren Partnern aus Tansania.

Doch dann kam alles anders. Unser Programm musste auf Null gefahren werden, alle Veranstaltungen voraussichtlich bis Ende Mai abgesagt, dabei auch der traditionsreiche Kunsthandwerkermarkt zu Ostern, Weiterbildungsseminare, Hochzeiten, etc. Ateliers bleiben nun bis Ende Mai verweist. Das schmerzt und bringt natürlich auch erhebliche finanzielle Verluste mit sich.

Doch wir geben nicht auf uns sind optimistisch, dass wir ab Juni wieder die Ateliers mit Künstlerinnen und Künstlern belegen können und dass dort wieder künstlerisch gearbeitet werden kann. Denn das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow ist vor allem ein Arbeitsort. Was besonders wichtig in dieser Zeit, in der sich die Nationalstaaten voneinander abschotten, ist: Den internationalen Geist der Kunst nach vorn zu stellen. Per Internet sind wir mit unseren Künstlerinnen und Künstlern verbunden. So freuen wir uns, dass ab Juni wieder internationale Künstlerinnen und Künstler bei uns zu Gast sein werden. Ungeachtet der bedrohlichen Corona-Pandemie und geschlossenen Grenzen haben sich wieder sehr viele Künstlerinnen und Künstler um unsere Aufenthaltsstipendien beworben. In diesem Jahr liegen an die 200 Bewerbungen aus der ganzen Welt vor, das ist wesentlich mehr als im letzten Jahr. Das freut uns sehr!

Die Jury wird voraussichtlich Mitte Mai tagen und die Stipendiatinnen und Stipendiaten, die bei uns dreimonatige Arbeitsstipendien von Oktober bis Dezember 2020 erhalten, auswählen. Die Künstlerinnen und Künstler aus MV erhalten auch in diesem Jahr die Möglichkeit, im September und Oktober in unseren Partnerkünstlerhäusern in Österreich, USA und in der Oberpfalz zu arbeiten. Die Reisestipendien nach Tansania müssen aufgrund der aktuellen Situation auf das nächste Jahr verschoben werden.

Das Talentcamp 2020 wird in einer anderen, voraussichtlich digitalen Form stattfinden.

Der Nachwuchskunstpreis 2020 für Künstlerinnen und Künstler aus MV wird in Kürze ausgeschrieben.

Unser Ausstellungsprogramm im Künstlerhaus mussten wir natürlich der gegeben Situation anpassen. So wird unsere Jubiläumsausstellung erst im September stattfinden können und einige Konzerte werden wir per Video digital präsentieren. So ist es auch geplant, die Sommerausstellung „On Fire  / Kultur – Natur ­ Landschaft“, die nun noch mehr mit dem Thema vom Bezug des Menschen zur Natur an Aktualität gewonnen hat, zusätzlich als digitalen Rundgang im Internet zu zeigen.

Die Corona-Zwangspause haben wir im Künstlerhaus sinnvoll genutzt: Die neuen Fenster sind nun auch auf der Gartenseite des Schlosses eingebaut worden, die Veranda ist komplett restauriert, die Ateliers saniert und auf Vordermann gebracht.

Für die Schulkinder, die nun Zuhause mit ihren Eltern die Zeit überbrücken müssen, haben wir mit Hilfe von Sponsoren ein Malwettbewerb zu Ostern ausgeschrieben und freuen uns sehr über die tollen Eisendungen. Die Gewinner erhielten Pakete mit künstlerischem Material und alle Beteiligten ein zauberhaftes Malbuch geschenkt. Die Corona-Pandemie hat für eine ungewollte Unterbrechung im System gesorgt. Diese Zwischenzeit ist aber auch zugleich eine Chance, Neues zu denken und Altes zu überdenken. Der Kreativität kann man auch keine Zwangspause auferlegen. Gerade jetzt wird deutlich, wie wichtig Kunst und Kultur für unser Leben sind, welche Bedeutung sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben und welches Kraftfeld Kunst erzeugt.

Jetzt ist es bei uns wie wir das Erlebte künstlerisch reflektieren und Politik ist gefragt diese Erkenntnis in sinnvolle Förderprogramme umzusetzen.

Wir blicken auf jedem Fall optimistisch in die Zukunft, in unserem 30sten Jubiläumsjahr und freuen uns auf die künstlerische Ergebnisse, die diese Zwangspause sicher auch bald zu Tage bringen wird und hoffen, diese auch bald öffentlich präsentieren zu können - in welchem Medium auch immer. Klar ist: Direktes Erleben und Wahrnehmen des künstlerischen Originals an authentischen Orten der Kunst kann man mit keinem Digitalstream ersetzen.

Alles wird gut!

In diesem Sinne bleiben Sie gesund und bis bald.

Miro Zahra, Leiterin des Künstlerhauses

 
 
 
 
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