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RAYK GOETZE · Zärtliche Zeiten

Ausstellungseröffnung mit Künstlergespräch am Samstag, 15. September 2018 ab 20 Uhr in der Galerie Kristine Hamann


Lebensmittelpunkt von Rayk Goetze ist die Baumwollspinnerei Leipzig, dort lebt und arbeitet er, umzingelt von seinen Bildern, in seinem eigenen Universum. Stößt man auf ein Bild von Rayk Goetze, meist großformatig und farbstark, wird man zunächst mit einer Erscheinung konfrontiert, die das Gefühl von Demut in uns wachruft. So etwas wie eine Aura der Bedeutung, der Macht lässt sich wahrnehmen, inhaltlich schwergewichtig hängt es vor uns und fordert uns auf, unsere Vorstellung von Gegenwart und Zukunft zu reflektieren und zu hinterfragen.

Goetzes Bilder stehen in der Tradition der Postmoderne und bilden eine Kluft zwischen Neokonservatismus und Anarchie. Genau in dieser Kluft tritt die Poesie seiner Bilder zutage. Dennoch werden wir als Betrachter auf Distanz gehalten. Teils erzeugt durch die sakrale Ikonographie, teils durch die vieldeutigen Gesichtsausdrücke der Protagonisten baut das großformatige Werk von Goetze einen Schutzraum auf. Dennoch wirken die Bilder in ihrer Intensität und Strahlkraft sehr anziehend. Die Bildsprache Goetzes ist eigen. Perfekt ausgearbeitete, haptische Formen – wie z. B. Faltenwürfe und Stoffe – werden mit Farflächen kombiniert, die frei gestaltet sind. Es entsteht eine perfekte Spannung zwischen Abstraktion und Figürlichkeit sowie Vollkommenheit und Unvollkommenheit. Die Farben decken das komplette Spektrum ab, Signaltöne treffen auf diffuse Tiefen. Die Protagonisten seiner Bilder sind teils in prunkhafte Barock-Kostüme gehüllt, teils ähneln sie einem Syborg, einer menschlichen Maschine. In manchen Werken anden wir auch Faltenwurfzitate malerischer Vorbilder wie Bronzino.

Wie auch immer: Goetze reist mit dem Betrachter seiner Bilder durch die Geschichte und die Zukunft gleichzeitig, er stellt uns Stereotypen vor, schwebt an ikonographischen Symbolen vorbei, die teilweise in andere Zusammenhänge gebracht werden. Unser verinnerlichtes Bild vom Menschen an sich wird in fantastisch anmutender Malerei neu formuliert und bringt uns in eine andere Dimension von Wahrheit und Realität. Er ist ein Maler der Gegenwart, der uns anregt, über Konventionen und Identität nachzudenken.
Was aber bewegt Rayk Goetze selbst? Das erfahren Sie beim Künstlergespräch am Samstag.

Goetze wurde 1964 in Stralsund geboren und studierte ab 1991 Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Rink und Neo Rauch. 1995 – 1996 folgte ein Studienjahr an der Accademia di Belli Arte in Florenz, Italien.

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Laufzeit der Ausstellung: bis 18. Oktober 2018
Öffnungszeiten: Mo / Di / Do / Fr 11–13 und 15–19 Uhr / Sa 11–16 Uhr
Und nach persönlicher Absprache

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