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KINDER IM EXIL

Gudrun Dessau mit ihren Kindern Eva und Peter vor der Abfahrt nach New York, am Kai von Cuxhaven, 1939 · Fotograf unbekannt

Ausstellung noch bis zum 25. November 2018 im Schleswig-Holstein-Haus Schwerin


Kinder von KünstlerInnen im Exil 1933 – 45

Exilerfahrungen von Kindern stehen im Mittelpunkt der Ausstellung des Vermittlungs-Programmes KUNSTWELTEN und des Archivs der Akademie der Künste Berlin, die vom 26. Oktober bis zum 25. November 2018 im Schleswig-Holstein-Haus zu sehen sein wird.

Mittels eines ungewöhnlichen Ausstellungskonzeptes werden zum ersten Mal Fluchtbiografien von Kindern gezeigt, die mit ihren Eltern – Künstlern und Schriftstellern – zwischen 1933 und 1945 ins Exil gehen mussten. Fotos, Briefe, Werkmanuskripte und Zitate aus Erinnerungen zeigen die Perspektive der mit ihren Eltern geflohenen Kinder, der Töchter und Söhne von Walter Benjamin, Bertolt Brecht und Helene Weigel, Paul Dessau, George Grosz, Wieland Herzfelde, Alfred Kerr, Anna Seghers, Friedrich Wolf, Arnold Zweig und anderen. Es sind Geschichten von 26 Kindern, die in neun Exilländern Zuflucht fanden: in Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Palästina, Mexiko, in der Schweiz, Tschechoslowakei, Sowjetunion und den USA. Viele haben sich später für einen künstlerischen Beruf entschieden. Während der Regisseur Konrad Wolf sich früh für das Medium Film interessierte, zeichnete Judith Kerr schon als Kind wunderbare Bildgeschichten. Fotos von der gegückten Ankunft in Prag, Moskau, Haifa, Paris, London oder New York stehen neben Zeugnissen der Bedrohung durch den Krieg, der ihnen folgte: eine Karte mit der Fluchtroute aus Paris im Juni 1940, ein Shelter-Ticket von 1943, das bei Bombenabwurf zum Unterschlupf in einem Londoner U-Bahnhof berechtigte: Was Judith Kerr in Romanen, George Wyland-Herzfelde in seiner Autobiografie und Pierre Radványi in einem Bericht über das Leben mit seiner Mutter Anna Seghers erzählen, wird so anschaulich wie Dokumente weniger bekannter Künstlerkinder. Über das Persönliche hinaus machen sie darauf aufmerksam, was einem Kind passieren kann, das sich mit seinen Eltern auf der Flucht befindet, und zeigt Migration auch als Herausforderung und Bereicherung.

Die Eröffnung fand am Freitag den 26. Oktober um 18 Uhr statt.

Es sprachen:

Jochen Schmidt von der Landeszentrale für politische Bildung MV
Dr. Gesine Bey, Kuratorin der Ausstellung
Dr. Marion Neumann von Kunstwelten der Akademie der Künste Berlin

Das Haus hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 3 Euro. Schulklassen haben freien Eintritt.
Auf Anfrage werden kostenlose Führungen für Schulklassen angeboten.

 
 
 
 
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