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DEUTSCHLAND UND DIE NIEDERLANDE – SZENEN LANGJÄHRIGER NACHBARSCHAFT

Hendrick Avercamp, Eislandschaft, 1610 © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Foto D. Dunkelberg

Rendezvous im Staatlichen Museum Schwerin · Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North, Universität Greifswald spricht am 13. Dezember 2018 um 18 Uhr


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Über die Jahrhunderte erlebten die Niederlande und Deutschland eine spannungsreiche Nachbarschaft. Ursprünglich ein Teil des Heiligen Römischen Reiches emanzipierten sich die Niederlande im Laufe des 80jährigen Krieges sowohl von Spanien als auch vom Reich. Während Deutschland unter der Last des Dreißigjährigen Krieges litt, wurden städtische Autonomie und bürgerliche Lebenswelt, Konzentration von internationalem Handel und Exportgewerbe, technologische und künstlerische Überlegenheit Markenzeichen des niederländischen Goldenen Zeitalters. Von nun an strahlte das Modell Niederlande mit Menschen, Kapital, Technologie, Ideen, Kunst und Mode nach Norden und Osten aus. Wissenschaftler und Fürsten besichtigten die Niederlande und begannen wie in Schwerin niederländische Kunst zu sammeln.

Grundlegend veränderten sich die Beziehungen im 20. Jahrhundert. Konnten sich die Niederlande durch ihre strikte Neutralität noch aus den Ereignissen des Ersten Weltkrieges heraushalten, so traf sie der Zweite Weltkrieg mit der deutschen Besetzung sowie der japanischen Eroberung und dem anschließenden Verlust Indonesiens bis ins Mark ihrer Existenz. Insbesondere die brutale deutsche Besatzung der auch Hendrik Nicolaas Werkman zum Opfer fiel, störte das Verhältnis bis lange nach dem Krieg nachhaltig. Erst die Integration beider Staaten in NATO und EWG stellte die Beziehungen auf eine neue Basis.

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael North ist seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Greifswald und Ehrendoktor der Universität Tartu. Er fungiert zurzeit als Sprecher des Internationalen Graduiertenkollegs „Baltic Borderlands: Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region“ (zusammen mit den Universitäten Lund und Tartu).

Von seinen zahlreichen Publikationen hier eine thematische Auswahl:

Zwischen Hafen und Horizont: Weltgeschichte der Meere, München (C. H. Beck) 2016.
Geschichte der Niederlande. 4. Aufl., München (C. H. Beck) 2013.
Geschichte der Ostsee: Handel und Kulturen, München (C. H. Beck) 2011. Englische Übersetzung: The Baltic: A History, Cambridge, MA (Harvard University Press) 2015.
Europa expandiert 1250-1500, Stuttgart (Verlag Eugen Ulmer: HGE 4) 2007. Englische Übersetzung: The Expansion of Europe, 1250-1500, Manchester (Manchester University Press) 2012.
Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. München (C. H. Beck) 2008.

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Der Eintritt zum Rendezvous kostet 3 Euro.

Am Wochenende finden folgende Veranstaltungen statt:
15. Dezember 2018 um 12 Uhr
öffentliche Führung: Ernst Barlach – Die Schweriner Sammlung
16. Dezember um 11 Uhr
Ein Druck entsteht. Familienführung in der Ausstellung Hot Printing

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