Wilhelm Lachnit

KUNSTWERKE DER FREUNDE IM NACHLASS OTTO NIEMEYER-HOLSTEINS Teil II

Ausstellung bis 7. April 2019 im Museum Atelier Niemeyer-Holstein in Koserow/Usedom


Das Museum Atelier Otto Niemeyer-Holstein präsentiert eine Ausstellung mit Kunstwerken aus dem Bestand der Freundesgaben, die sich im Besitz Otto Niemeyer-Holsteins befanden. Diese Sammlung sagt viel über den Künstler selbst, über seinen künstlerischen Werdegang, seine Kontakte und Kunstauffassung. Darüber hinaus spiegelt diese Sammlung einen Teil der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts wieder.
Otto Niemeyer-Hostein war mit über zweihundert Künstlern befreundet, mit ihnen hat er Kunstwerke getauscht oder von ihnen geschenkt bekommen. Später kaufte Niemeyer-Holstein Arbeiten von jungen Künstlern, um diese zu unterstützen. Die Sammlung umfasst Werke von Clara Rilke Westhoff, Wilhelm Lehmbruck, Adelbert Niemeyer, Otto Wyler, Künstler, die Niemeyer-Holstein als Lehrer verehrte, Gerhard Marcks, Johannes Niemeyer, Hans Theo Richter, Max Schwimmer, Wilhelm Lachnit, Gottfried Richter, Anatoli Kaplan Künstler seiner Generation aber auch eine große Zahl damals junger DDR-Künstler: Hans Vent, Wolfgang Leber, Gerda Lepke, Klaus Magnus, Ursula Stozynski, Johannes Müller, Dieter Goltzsche u.a.

„Ich hatte mir´s früh zur Gewohnheit gemacht, Bilder von befreundeten Malern zu erwerben – meistens im Tausch. Auf diese Weise entstand nach und nach eine kleine Sammlung.“ (1) Zunächst bestand die Sammlung aus wenigen geschenkten und ererbten Arbeiten, eine Lithographie von Kokoschka, der Kopf des Augustus, der Schwertkämpfer, ein Kinderköpfchen von Clara Rilke-Westhoff. Eine Makondefigur allerdings kaufte der Künstler bereits 1931 auf einem Flohmarkt in Paris. Erst nach dem II. Weltkrieg, wurde die Sammlung umfangreicher. Die durch Tausch und Kauf erstandenen Kunstwerke erfreuten den Maler, später war es ihm ein Bedürfnis junge Künstler mit einem Kauf zu ermutigen. Der vom Künstler und seiner Familie 1984 nachgelassene Bestand von Kunstwerke fremder Hand umfasste insgesamt 684 Plastiken, Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Keramiken, Zeichnungen und Druckgrafik von 228 Künstlern davon 145 Arbeiten von 79 Künstlern in den Räumen des Wohnhauses, im Atelier und im Garten. In den Schubfächern der Grafikschränke befanden sich rund zwei Drittel der Sammlung.
(Franka Keil in: Zum Phänomen der „Freundesgaben“ und persönlichen Sammlungen von ausgewählten europäischen bildenden Künstlern seit dem späten 19. Jahrhundert, im Katalog zur Ausstellung)

Clara (Henriette Sophie) Rilke-Westhoff, Bildhauerin und Malerin in Fischerhude.
Geb. 21. November 1878 in Bremen, gest. 9. März 1954 in Fischerhude (Landkreis Verden, Niedersachsen). 1895-98 Studium an der privaten Malschule von Friedrich Fehr und Ludwig Schmid-Reutte in München, 1898/99 bei Franz Mackensen in Worpswede, 1899 bei Max Klinger und Carl Seffner in Leipzig. 1900 Studium an der Académie Julian und bei Auguste Rodin in Paris. 1901 Heirat mit Rainer Maria Rilke (1875-1926). 1903/04 Romreise. Lernte um 1926 Otto Niemeyer-Holstein in der Malschule von Arthur Segal in Berlin-Charlottenburg kennen. Es folgten gegenseitige Besuche in Berlin und Fischerhude. Im Fundus Lüttenort befindet sich ein Bronzeporträt.

Johannes Niemeyer, Architekt und Maler in Berlin
Geb. 5. Januar 1889 in Halle, gest. 10. Februar 1980 in Berlin. 1908-13 Studium der Architektur und der Malerei an der Technischen Hochschule in München. 1914-18 Kriegsfreiwilliger im I. Weltkrieg. 1919-20 Tischlerlehre in den Deutschen Werkstätten Dresden-Hellerau. 1921-24 Professor an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. 1928 Umzug nach Berlin, Arbeit als Architekt. Ab 1945 freischaffender Maler in Berlin-Steinstücken. 1955 Gründungsmitglied des Freien Verbandes Bildender Künstler Berlins. 1979 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Älterer Bruder von Otto Niemeyer-Holstein. Im Fundus Lüttenort befinden sich drei Zeichnungen und ein farbiges Blatt.

Wilhelm Lachnit, Maler und Grafiker in Dresden
Geb. 12. November 1899 in Gittersee bei Dresden, gest. 14. November 1962 in Dresden. 1914-18 Lehre als Schriftmaler und Lackierer, Kurse in der Dresdner Kunstgewerbeschule. Ab 1918 Dekorationsmaler. Mitglied der Dresdner Sezession. 1921-23 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Meisterschüler bei Richard Drehers. 1926 Eintritt in die KPD. 1929 Mitbegründer der Dresdner Ortsgruppe der „Assoziation revolutionärer bildender Künstler“ (ASSO), 1933 Beschlagnahmung seiner Werke von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“. Verhaftung Lachnits, nach Freilassung nur beschränktes Arbeiten. 1944-45 Kriegsdienst und Gefangenschaft. Zerstörung eines Großteils seiner Werke durch Luftangriffe auf Dresden. 1947-54 Professor für Wandmalerei an der HfBK Dresden. Im Fundus Lüttenort befindet sich eine Druckgrafik.

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Tee mit Quittengelee
Bei einem Besuch im Atelier Otto Niemeyer-Holstein von Dezember bis Januar servieren wir Ihnen gern einen Tee mit Quittengelee.
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Weihnachten/Neujahr
24. und 25. Dezember 2018 geschlossen, 26. Dezember 18 bis 01. Januar 2019 täglich geöffnet von 11 bis 16 Uhr
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Waggon und TABU geführter Rundgang durch das Atelier und die Räume des Malers um 12 und 14 Uhr.
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