Tanja Zimmermann, Der Garten II, Siebdruck, 29,7 × 42,0 cm

DER GARTEN – Grafikmappe mit sechs Siebdrucken

Jahresgabe 2018 des Förderkreises Schloss Plüschow e.V. ist erschienen Tanja Zimmermann, Juliane Laitzsch und Miro Zahra Auflage: 10 Stück, Druck: Felix Fugenzahn Preis: 480 Euro, Einzelblatt: 110 Euro

Juliane Laitzsch, Durch die Hecke schlüpfen

"Gärten haben Ein- und Ausgänge. Es besteht aber auch die Möglichkeit über den Zaun zu springen, über die Mauer zu klettern oder durch die Hecke zu schlüpfen. In meiner aktuellen künstlerischen Arbeit befasse ich mit historischen Textilien. Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf die Transformationprozesse und mediale Vermittlungen der Textilien. Ich spüre diesen Verzweigungen nach, indem ich, wie zum Beispiel für diese Mappe, den Ausschnitt eines Telefaxes für den Siebdruck aufrastere. Ich übertrage das Motiv so präzise wie möglich. Mein Anliegen dabei ist, zu beobachten, was und wer alles durch die Hecke schlüpft."

Miro Zahra, Chinesischer Garten

"Im Jahr 2017 bin ich nach China gereist. Es ist erschütternd zu sehen, wie dort gegenwärtig verschiedene Zeiten ineinander fallen: die ungebremste Industrialisierung des Landes verschlingt die Landschaft und vernichtet Natur. Die neugebauten Städte scheinen im Dunst der rauchenden Schornsteine zu verschwinden. Das Rauschen der Autobahnen und der Hochgeschwindigkeitszüge hat unwiederbringlich das leise Raunen der Bambuswälder verdrängt.
Chinesen tanzen im Park. Sie leben im Hier und Jetzt und arbeiten hart. Sie tragen ihre uralte Kultur mit Stolz im Herzen. Der Geist der schlief, regt sich. Der uralte Ginkgobaum inmitten der riesigen Hochhäuser mahnt die kommenden Generationen und weist ihnen den Weg in die Zukunft. Denn die Zukunft verläuft nicht entlang der Autobahnen, sondern mitten durch die Herzen der Menschen. Ihre Seelen sind voller Hoffnung und Sehnsucht, die nur ein friedvoller Garten, ein neu gepflanzter Baum, ein neu gewachsener Zweig auf Dauer stillen kann. In China und anderswo auf der Welt."

Tanja Zimmermann, Der Garten

"Jetzt im Frühling verlasse ich ihn oft mit schwarzen Händen und zerkratzten Armen. Ich atme die frische Luft und gehe hinauf ins Atelier, das manches Mal auch einem total verwilderten Garten gleicht – bis ich es wieder kultiviere, falsch Gewachsenes rausrupfe und die guten Dinge weiter entwickle. Der Boden ist bedeckt mit unfertigen Arbeiten, Versuchsanordnungen, Werkzeugen und Materialien. An den Wänden hängen dicht aneinandergerückt meine Bilder.
Ich schaue aus dem Fenster und sehe Lattich, Gänsedistel, Essigbaum, Brennnessel, eine Birke und eine Linde. Feine Stöckchen, die ich weiß angemalt habe und die lange mein Atelier bevölkerten, bilden jetzt ein unregelmäßiges Bohnengitter auf der frisch umgegrabenen Erde.
Wie schön es eigentlich an beiden Orten ist!
Im Atelier hängen meine Siebdrucke zu „Jardin des Tuileries“: ein Garten der ein Park ist, inmitten einer riesigen Stadt. Der Text „Der Garten“ von Michael Donhauser liegt auf dem Arbeitstisch und führt mich wie ein Pfad."

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