Christoph Rodde · pain royal II | Foto: Lisa Stagge

CHRISTOPH RODDE · I et _

Ausstellung bis 17. März 2019 im Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin


Christoph Rodde zeigt Skulpturen aus Stoff und Papier im Kunstverein Schwerin

Ein skulptural-räumlicher Umgang mit textilen Stoffen und Papier bildet den Schwerpunkt der großformatigen Objekte und Rauminstallationen von Christoph Rodde. In seine kleinformatigen Assemblagen bezieht er außerdem Alltagsmaterialien, Objet trouvés und organische Bestandteile – etwa Fahrradschläuche, Spülschwämme, Paprika oder Brot – mit ein. Diese überwiegend zarten, ephemeren Ausgangsmaterialien, die der Künstler zu filigranen Objekten bearbeitet, sind, entgegen der bildhauerischen Tradition, nicht auf Beständigkeit hin konzipiert. In der zeitgenössischen Kunst haben sie sich dennoch etabliert, da sie die Bildhauerei um neue Ausdrucksformen und Techniken bereichern.

Einen Schwerpunkt der in Schwerin zum Teil erstmals öffentlich gezeigten Arbeiten des in Dresden lebenden Künstlers bilden vielfältige Bezugspunkte zur Gattung der Architektur – ihrer Formensprache, Konstruktionsweisen, bis hin zu formalen Details, Mustern und Dekorum. Durch die Übertragung auf weichen Stoff oder Papier wird die ursprüngliche Funktion aufgehoben. Im Vordergrund steht die Idee von und das Spiel mit der Konstruktion. Der Künstler experminentiert mit den Eigenschaften und der Materialität von Textilem und Papier, ihren tektonischen und plastischen Möglichkeiten – im genähten, verknüpften, gefalteten, verklebten oder getakerten Zustand.

Christoph Rodde entwickelt, teils begehbare, Skulpturen und Rauminstallationen von auffälliger Leichtigkeit. Als Reaktion auf die markanten Ausstellungsräume in den ehemaligen Werkhallen des alten E-Werkes in Schwerin wird Christoph Rodde durch den Einsatz visueller, textiler Wände und begehbarer Skulpturen das perzeptive Erleben der labyrinthartig angelegten Räume und die Bewegungsrouten der Besucher verändern und zu einer multisensuellen Interaktion auffordern.

Christoph Rodde gelingt es dabei, leichte, fließende, durchscheinende Stoffe als raumkonstituierende Materialien einzusetzen: textile Wandsegmente oder von der Decke herabhängende Papierskulpturen gliedern den Raum in neue Bereiche, in ein Davor und ein Dahinter. Übliche Routen und Blickachsen werden verhüllt und neue konstruktive Vorgaben für das Durchschreiten und Wahrnehmen des Raumes gesetzt.

Doch der Künstler reagiert nicht nur auf die vorgegebene Architektur des Ausstellungsraumes, darüber hinaus stellt eine Vielzahl seiner klein- bis großformatigen Objekte auf unterschiedliche Weise klare Bezüge zur Architekturgeschichte her. Etwa der bisher noch nicht gezeigte wandfüllende Papierschnitt "Bimah von Lancut" überträgt Bauelemente eines konkreten Bauwerkes – eines Typus barocker ostpolnischer Synagogen – in den Kontext des Museumsraumes.

In den vielgestaltigen Arbeiten von Christoph Rodde steht das organische, frei arrangierte und ein als poetisierend zu beschreibender Umgang mit Alltagsmaterialien neben geometrisch akuraten, filigranen Zeichnungen, Schnitten und Konstruktionen.

Finissage am 17. März 2019 um 15 Uhr mit Gespräch und Ausstellungsrundgang mit dem Künstler

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr · Führungen Mittwochs 17 Uhr

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