69/19 – EIN HALBES JAHRHUNDERT FÜR DIE KUNST

50 Jahre Kunsthalle Rostock · Ausstellung vom 17. Mai bis 27. Oktober 2019


Die Kunsthalle Rostock ist aus dem Stadtbild Rostocks nicht mehr wegzudenken. Seit ihrer Gründung am 15. Mai 1969 hat die Kunsthalle nahezu drei Millionen Besucher empfangen. Neben den Ausstellungen mit Werken aus der eigenen Sammlung waren es vor allem auch Sonderausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen sowie Personalausstellungen von bedeutenden Künstlern, die zu Besuchermagneten wurden.
"Von Beginn an war die Kunsthalle international orientiert", erinnert sich Dr. Ulrich Ptak, der bereits seit den 1970er Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator tätig ist. "Die legendären ,Biennalen der Ostseeländer' waren in den Zeiten des Kalten Krieges die einzigen, periodisch stattfindenden Ausstellungen der DDR mit Kunst aus dem ,Westen'." Auch nach der Wende war es das Anliegen der Kunsthalle, die Rostocker mit den aktuellen Tendenzen internationaler Kunst bekannt zu machen, so mit den Ausstellungen "Norske Profiler" oder "Riga Dröhnt".
Künstler aus Japan, China, Spanien, Großbritannien, Frankreich und den USA stellten in der Kunsthalle aus. Legendär ist die Exposition mit dem weltbekannten Künstlerduo Christo und Jeanne-Claude. Vorgestellt wurden auch Topstars der deutschen Kunstszene, beispielsweise in der Ausstellungsfolge "Portfolio Berlin" oder in Einzelausstellungen von Andreas Mühe und Norbert Bisky. Viel beachtete Ausstellungen fanden mit Werken von A.R. Penck und Günther Uecker statt. "In letzter Zeit stellten wir in diskutierten Ausstellungen Ikonen der DDR-Kunst vor, so die Malerei von Tübke, Mattheuer, Rink und Sitte", fasst Direktor Dr. Uwe Neumann zusammen. In Zukunft will man sich vermehrt mit osteuropäischer Kunst beschäftigen.
Auch die Künstler der Region wurden regelmäßig in Einzelporträts vorgestellt, zuletzt etwa Armin Münch, Renata Ahrens, Udo Rathke oder die Künstlergruppe Schaum. Von besonderer Bedeutung war in diesem halben Jahrhundert stets die Besucherbetreuung durch museumspä­dagogische und ausstellungsbegleitende Angebote. "Nahezu täglich führen wir Kinder mög­lichst einfach an das Thema Kunst heran. Häufig in Bezug zur aktuellen Ausstellung", erklärt Gudrun Kracht, die Museumspädagogin des Hauses. "Am Nachmittag bringen wir den er­wachsenen Besuchern dann die Hintergründe der jeweiligen Ausstellung in Führungen nä­her."
Die Jubiläumsausstellung im Erdgeschoss des neuen Schaudepots beleuchtet Facetten, Erfolge und Brüche der Kunsthallengeschichte. In Dekaden gegliedert, werden ausgewählte Kunst­werke, Kommentare von Zeitgenossen sowie die Katalog- und Plakatproduktionen gezeigt.

"Unsere Sammlung beinhaltet mittlerweile 620 Gemälde, ca. 8.000 Grafiken und gut 230 Plas­tiken. Es war gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen, welche Werke innerhalb der Jahrzehnte Beachtung finden sollen", berichtet Museologin Heike Heilmann vom Auswahl­prozess. "Wir zeigen daher bei Führungen im Grafikdepot zusätzlich die Erstankäufe." Für viele Besucher ist die Ausstellung "Ein halbes Jahrhundert für die Kunst" eine Reise in die ei­gene Zeitgeschichte mit Entdeckungen und Wiederbegegnungen.

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Unterstützt wurde die Herstellung der Schau vom Landesmarketing MV tut gut und der Rostocker WIRO GmbH. "Ohne unsere Sponsoren und auch den Förderverein Freunde der Kunsthalle Rostock e.V. wäre unsere Arbeit als kommunales Museum nicht in dem Ausmaß möglich", bedankt sich Uwe Neumann. Als Geschenk an die Bürger ist der Eintritt vom 17. Mai bis 19. Mai kostenlos und es finden zusätzliche Führungen sowie für Kinder eine Schnit­zeljagd durch die Ausstellung statt. Sie wird bis zum 27. Oktober zu sehen sein.

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